Statement zum Wintergame 2026

Statement zum Wintergame 2026

Zuallererst: Wir werden als Gruppe auch das diesjährige Wintergame im RHS nicht aktiv besuchen. Diese Entscheidung steht in keinem Zusammenhang mit der sportlichen Leistung der Mannschaft. Wir möchten betonen, dass diese Zeilen nicht als Aufruf zu einem Stimmungsboykott verstanden werden sollen. Jeder Fan soll selbst seine Schlüsse ziehen, wie mit dem Wintergame umzugehen ist, und unsere Löwen nach eigenem Ermessen bestmöglich unterstützen. Für uns ist diese Entscheidung keinesfalls eine leichte, jedoch mit zu vielen Konflikten behaftet.

Am Samstag kommen die Eislöwen und deren Fans zum mittlerweile vierten Mal in den zweifelhaften Genuss eines „Wintergames“ unter freiem Himmel. Fairerweise wollen wir anerkennen, dass die Ticketnachfrage zum ersten Heimspiel gegen Berlin die Kapazität unserer Eishalle natürlich um ein Vielfaches übertroffen hätte und das Freiluftspiel vielen Fans die Chance gibt, das Spiel zu sehen. Auf fast allen Plätzen im RHS ist man von der Eisfläche jedoch weiter entfernt als im Oberrang der Lanxess-Arena. Den Puck sieht man da höchstens mit dem Feldstecher - erneut für einen Preis (günstigster Platz: 29,90 €), welcher über unserer vertretbaren Grenze liegt. Nun könnte man diese beiden Punkte für das „einmalige“ Spiel doch einfach mal akzeptieren. Oder man sieht das Wintergame aus einer anderen (unseren) Sichtweise. 2016, als das erste Wintergame stattfand, äußerte sich die Fanszene bereits kritisch gegenüber dem Spiel. Man beschloss ein Alternativprogramm in den Morgenstunden des Tages und legte schon damals den Fokus nicht auf dieses Event. Trotzdem gab man dem Ganzen eine Chance mit der Anwesenheit vor Ort. Dass dieses Spiel für uns weit mehr als ein Offenbarungseid der Kommerzialisierung war, resultierte in dem fortführenden Boykott der Wintergames von 2020 und 2024. Wer für diese Spiele, ein „Good old Hockey Game“ Gefühl verspürt, zieht wohl jegliche Geschichten aus vergangenen Tagen ins Lächerliche. Damit wollen wir der Realität nicht entfliehen - wir wollen den Eishockeysport erleben und mit ihm zusammen die Geschichte weiterführen. Dafür benötigt es weder ein Rahmenprogramm, heimatlose Eisflächen, noch die oben genannten Punkte.
 
Um dem Event einen „würdevollen Rahmen“ zu verleihen, darf natürlich ein eishockeyunüblicher (in DE) Samstag-Abend nicht fehlen. „Das große Event im Januar euer heiliger Gral, ob Gäste ohne Feiertag kommen, ist euch scheißegal.“ – lautete beim Mittwoch 16:30! Spiel unsere Kritik am verschobenen Spieltag gegen das über 600 km entfernte Schwenningen.

Abschließend wollen wir die Gemüter beruhigen, denn wie oben geschrieben ist dies allein unsere Meinung und die daraus folgende Konsequenz. Unser Fokus liegt auf den restlichen Saisonspielen und die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass dies die richtige Entscheidung war.
 
Blue White Crew Dresden im Januar 2026